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Donbass

Donbass

Ich habe Sergei Loz­nit­sa­s Donbass ausgewählt, weil der Film, obwohl er 2018 entstanden ist, erstaunlich nah an der Post-Truth-Welt wirkt, in der wir heute leben. Es geht dabei nicht einfach um Propaganda oder darum, dass verschiedene Versionen der Realität nebeneinander existieren. Mich interessiert vor allem, wie die Menschen selbst in diesem Zwischenraum aus Wahrheit, Fiktion, Inszenierung und Glauben leben – und ihn manchmal sogar selbst mitproduzieren. Die einzelnen Episoden sind teilweise so absurd, dass sie fast komisch werden. Gleichzeitig beruhen sie auf realen Ereignissen und Situationen, die Loznitsa anhand von Videos aus dem Internet recherchiert hat, die vor Ort im Donbas aufgenommen wurden.

Besonders unangenehm finde ich, dass der Film keine einfache politische Position anbietet. Er kritisiert sowohl die ukrainische Seite als auch die Separatisten und die größeren Strukturen der Gewalt, die den Krieg im Donbas seit 2014 prägen. Hinter der grotesken Absurdität des Films steckt für mich vor allem eine Geschichte über den Zerfall der Zivilgesellschaft: Was passiert, wenn Institutionen, Vertrauen und normale soziale Beziehungen langsam verschwinden? Und wie leicht kann Monstrosität in einer solchen Umgebung zu etwas ganz Alltäglichem werden – fast zu etwas, an das man sich bequem gewöhnt.

Für mich ist Donbass deshalb weniger ein historisches Dokument als eine Warnung davor, wie Realität selbst zu etwas werden kann, das hergestellt, inszeniert und schließlich von Menschen bewohnt wird.

Maksym

Kurator:in

Kino ist für mich einer der wenigen Orte, an denen Menschen dieselbe Geschichte teilen und sie trotzdem ganz unterschiedlich erleben können. Genau diese Vielfalt an Perspektiven macht unsere Gesellschaft aus. Solidarität, Gemeinschaft und ein offener Austausch über kulturelle Grenzen hinweg sind Werte, die mir besonders wichtig sind. Als Filmliebhaber faszinieren mich vor allem transgressive Werke – Filme, die gewohnte Grenzen überschreiten, unbequeme Fragen stellen und neue Perspektiven eröffnen. Als 23-jähriger Geflüchteter aus der Ukraine habe ich selbst erfahren, wie wichtig Räume sind, in denen unterschiedliche Stimmen sichtbar werden. Deshalb bedeutet mir Kino Asyl so viel: Das Festival schafft Platz für Geschichten und Erfahrungen, die im kulturellen Leben oft weniger repräsentiert sind, und macht Kino zu einem Ort der Begegnung, des Dialogs und des gemeinsamen Lernens.

Sergei Loznitsa
Deutschland, Frankreich, Niederlande, Rumänien, Ukraine
Drama, Schwarze Komödie
OmdU
121 min.
Eintritt frei
Content Notes
Gasteig HP8
Hans-Preißinger-Straße 8
81379 München

Maksym

Kurator:in

Kino ist für mich einer der wenigen Orte, an denen Menschen dieselbe Geschichte teilen und sie trotzdem ganz unterschiedlich erleben können. Genau diese Vielfalt an Perspektiven macht unsere Gesellschaft aus. Solidarität, Gemeinschaft und ein offener Austausch über kulturelle Grenzen hinweg sind Werte, die mir besonders wichtig sind. Als Filmliebhaber faszinieren mich vor allem transgressive Werke – Filme, die gewohnte Grenzen überschreiten, unbequeme Fragen stellen und neue Perspektiven eröffnen. Als 23-jähriger Geflüchteter aus der Ukraine habe ich selbst erfahren, wie wichtig Räume sind, in denen unterschiedliche Stimmen sichtbar werden. Deshalb bedeutet mir Kino Asyl so viel: Das Festival schafft Platz für Geschichten und Erfahrungen, die im kulturellen Leben oft weniger repräsentiert sind, und macht Kino zu einem Ort der Begegnung, des Dialogs und des gemeinsamen Lernens.

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22.-27. Nov 2026
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